Schön blöd

Schön blöd

Wahre SCHÖNHEIT kommt von innen? Stimmt nicht. Menschen beurteilen einander nach streng äußerlichen Kriterien, sagt Evolutionsbiologe Karl Grammer.

von NEON

Herr Grammer, es ist wissenschaftlich erwiesen: Schöne Babys bekommen mehr Liebe, at traktive Kriminelle geringere Haftstrafen und die hübscheste Blondine den besten Lohn. Sind wir Menschen wirklich so korrupt?
Ja, sicher. Wie wir andere wahrnehmen und behandeln, hängt hauptsächlich von der Attraktivität des Gegenübers ab.

Und jene, die von der Bedeutung der inneren Werte fabulieren, sind schamlose Lügner?
Absolut. Heute weiß man: Bei der Beurteilung von Schönheit geht es nicht um innere Werte, und wenn, dann gehört das Gutsein gewiss nicht dazu. Aus evolutionsbiologischer Sicht kommt es nur auf das Aussehen an, weil hübsche und wohlgestaltete Individuen über die besten genetischen Voraussetzungen verfügen, um sich fortzupflanzen. Aus neuen Untersuchungen geht hervor, dass Schönheit und körperliche Fitness korrelieren. Die Wechselbeziehung ist nicht sehr stark, aber sie ist da.

Kann nur wahre Schönheit die Welt retten, wie Platon behauptete?
Sicher nicht. Was in uns verankert ist, ist nicht der Inhalt der Schönheit, sondern es ist eine Konstruktionsanleitung, weshalb und wie wir Schönheit wahrnehmen. Stünde diese Beurteilung nicht in Zusammenhang mit Sex und Fortpflanzung, würden wir vielleicht auch eine Mülltonne für unfassbar attraktiv halten.

Den ganzen Text findest du in der Januar-Ausgabe von Neon.

von NEON

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